22:54:36 18.05.2012
Posterpreise 2010
1. Follicular T- helper- cells in Wegener´s Granulomatosis
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Frau Alexandra Brinkhoff UKE Nephrologisches Institut |
Zielsetzung: Wegener’s Granulomatosis (WG) is an autoimmune, necrotizing-granulomatous small-vessel-vasculitis characterized by the presence of anti-neutrophil cytoplasmic auto-antibodies. The cellular and the humoral immune system are involved in disease pathogenesis. Recently, follicular T-helper-cells (Tfh) were defined as a special T-helper-cell subset promoting humoral immunity via PD-1/PDL-1 and OX40/OX40L axis. Furthermore, Tfh enhance B-cell maturation by producing IL-21. It is the aim of this study to assess the role of Tfh in WG.
Methoden: 14 Healthy controls (HC) and 17 patients with Wegener Granulomatosis (WG) were enrolled. PBMC were stained by FACS for CD4/ CXCR5 (Tfh), and OX40L/PDL-1 / CD20 (B-cells).
Ergebnisse: Neither CXCR5 expression on CD4+ T-cells (17,6 ± 1,5 vs. 17,0 ± 1,6, p= 0,81) nor OX40L expression on B-cells
( 1,4 ± 0,4 vs. 2,1 ± 0,4, p=0,16) was significantly increased in comparison to HC. However, PDL-1 expression on B-cells was increased in WG as compared to HC (6,9 ± 1, 8 vs. 2,6 ± 0,5, p=0,03 ).
Diskussion: These preliminary results do not show an expansion of Tfh in WG. However, B-cells of WG patients have enhanced PDL-1 expression which might imply increased susceptibility to Tfh signalling.
2. Rotwein kann die postprandiale endotheliale Dysfunktion und Mikropartikelbildung verhindern.
- Eine Studie mit Ruhrgebietsflair -
Daniel Bulut, Andreas Mügge
Zielsetzung:
Postprandial kommt es nach einer fettreichen Mahlzeit zu einer Verschlechterung der endothelialen Vasodilatation, zu einem Anstieg von Glucose, Trigylceriden, freien Fettsäuren, Cholesterin (insb. VLDL und Chylomikronen-Remnants) und Insulin.
Fraglich ist die postprandiale Veränderung von endothelialen Progenitorzellen, die aktuell als endotheliale Reparaturzellen gelten und durch Endothelregeneration die globale endotheliale Funktion aufrecht erhalten können. Die gute Endothelfunktion gilt als Schutz gegen die Entstehung einer Arteriosklerose. So konnte gezeigt werden, dass endotheliale Progenitorzellen positiv mit der Endothelfunktion korreliert sind und langfristig einen unabhängigen Marker für kardiovaskuläre Ereignisse darstellen. Die endotheliale Apoptose führt zur Bildung endothelialer Mikropartikel (eMP), die ihrerseits ein Marker für die globale endotheliale Funktion sein können. Erste Arbeiten konnten zeigen, dass es postprandial zu einem Anstieg von eMP (AnnexinV+, CD31+, CD42-,CD 144+) kommt.
Mikropartikel sind nicht nur ein Epiphänomen bei endothelialer Dysfunktion, sondern scheinen ebenfalls ausgeprägte biologische Effekte zu haben. So konnte nachgewiesen werden, dass sie oxidativen Streß einhergehend mit einer eingeschränkten NO-Bioverfügbarkeit und eine vermehrte endotheliale Apoptose auslösen können.
Eine Ingestion von Rotwein, bzw. Polyphenolen oder Resveratrol führt allgemein zu einer Verbesserung der endothelialen Funktion und zur Reduktion von oxidativem Streß. Diese Beobachtungen werfen die Frage auf, ob eine postprandiale Verschlechterung der endothelialen Funktion und der Anstieg der endothelialen Mikropartikel durch die zeitgleiche Gabe von Rotwein abgemildert werden können. Des weiteren besteht die Frage, ob eine zusätzliche Kohlenhydratbelastung, zum Beispiel durch das begleitende Trinken von Cola, zu einer weiteren Verschlechterung der endothelialen Funktion führt.
Methoden:
Zur Klärung dieser Fragen wurden 8 gesunde männliche Probanden und 9 männliche Patienten mit gesicherter KHK untersucht. Es erfolgte die durchflußcytometrische Quantifizierung zirkulierender endothelialer Progenitorzellen (CD34+KDR+) und endothelialer Mikropartikel (Annexin V+CD31+CD42b-). Weiter wird eine Messung der Endothel-vermittelten Vasodilatation als reactive hyperemia index bestimmt (RHI, Endo-PAT2000, Itamar-Medical, Caesarea, Israel). Grundlage hierfür ist die PAT-Technology (peripheral arterial tone), die pulsatile Blutvolumenschwankungen in den Fingerkuppen quantifizieren kann. Zwei Stunden nach Ingestion einer ruhrgebietstypischen Testmahlzeit (Pommes frites mit Mayonaise und Currywurst) wurden die o.g. Messungen wiederholt.
Zu den Mahlzeiten wurden randomisiert entweder 300 ml Wasser, 300 ml Coca Cola, oder 100 ml Rotwein + 200 ml Wasser.
Ergebnisse:
Die Testmahlzeit mit Wasser führte bei Gesunden zu einer Reduktion des RHI und somit zu einer Verschlechterung der endothelialen Vasodilatation. Dieser Abfall ist bei Patienten mit KHK signifikant stärker. Parallel hierzu kommt es zu einem sign. Anstieg der endothelialen Mikropartikel. Die Anzahl zirkulierender EPC verändert sich nicht signifikant.
Eine Ingestion von Cola führt zu einer weiteren signifikanten Verschlechterung des RHI bei gesunden Probanden und zu einem Anstieg der eMP. Bei der parallelen Aufnahme von Rotwein ist die Verschlechterung der endothelialen Funktion und der Anstieg der eMP sowohl bei Gesunden, wie auch bei Patienten mit KHK aufgehoben.
Diskussion:
Die hier vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Theorie, dass eine postprandiale Belastung zu einer endothelialen Dysfunktion führt und dies mit einem Anstieg von Mikropartikeln vergesellschaftet ist. Inwieweit sich diese beiden Parameter gegenseitig bedingen, ist Gegenstand aktueller Diskussionen. Die gleichzeitige Ingestion von Cola führt zu einer dramatischen Verschlechterung der endothelialen Funktion und zu einer Erhöhung der Anzahl der eMP, insbesondere bei Gesunden.
Rotwein hingegen kann den gesehenen Effekt der Testmahlzeit mit Pommes/Currywurst komplett aufheben. Die hier gezeigten Ergebnisse sprechen für die Hypothese, dass MP und endotheliale Funktion eng korreliert sind und möglicherweise die Bildung von MP durch Rotwein verhindert werden kann. Bei nachgewiesenen negativen Effekten der Mikropartikel auf die endotheliale Integrität und Funktion, kann die Verhinderung des Mikropartikel-Anstieges ein bedeutender Teil der vasoprotektiven Potenz von Rotwein sein.
3. 5 Jahre präklinisches Notfallkonzept in Bochum
Herr Uwe Bösader
Co-Autoren: Cordula Kloppe, Andreas Mügge, Christoph Hanefeld
Zielsetzung: Die möglichst ummittelbare Defibrillation ist entscheidend für die Prognose der Patienten, die einen plötzlichen Herztod durch ventrikulären fibrillation (VF) erleiden. Deshalb fordern verschiedene nationale und internationale Vereinigungen auch für den präklinischen Bereich, dass die Ersthelfer Defibrillatoren so bald wie möglich anwenden. In Bochum erfolgt die Umsetzung des ersten flächendeckenden Frühdefibrillations-Projektes in einem großen deutschen städtischen Gebiet.
Methoden: Es wurden 155 automatische externe Defibrillatoren (AED) im Stadtgebiet in öffentlichen Gebäuden der Stadtverwaltung oder frei zugänglich Orten mit hohem Publikumsverkehr installiert. 6.294 Menschen nahmen an der Herz-Lungenwiederbelebung (CPR) und AED Ausbildung teil. Zusätzlich zum Regelrettungsdienst wurden Fahrzeuge der Feuerwehr mit AEDs ausgestattet, um als „first-responder“- Komponente eingesetzt zu werden. Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Bochum übernimmt die Steuerung des Systems und kann über den Einsatzleitrechner den nächstgelegenen AED zum Notfallort disponieren, der so vor Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort ist.
Ergebnisse: Im Zeitraum von 5 Jahren (08/2004-08/2009) sind insgesamt 12 AED im Rahmen von Laienreanimationen eingesetzt worden. Die AED Anlage erfolgt jeweils vor Eintreffen eines Notarztes, die im AED gespeicherten Daten wurden registriert und analysiert. Bei 7 Patienten hat die EKG Analyse des AED VF ergeben, bei 1 Patienten lag keine Rhythmusstörung vor, bei 4 Patienten wurde eine Asystolie festgestellt.
8 der 12 AED Anwendungen wurden von Laien durchgeführt. Die mittlere Zeit zwischen Einschalten des AED und Anbringen der Elektroden am Patienten betrug 39 Sekunden (SD ±20 sec). Durchschnittlich vergingen weitere 20 Sekunden, bevor die AED Schockabgabe empfohlen wurde, bis zur Schockabgabe vergingen insgesamt 96 Sekunden (± 56 sec).
2 der 7 Patienten mit VF wurden erfolgreich defibrilliert und überlebten den plötzlichen Herztod ohne neurologisches Defizit.
Diskussion: Die Einführung eines prähospitalen Notfallkonzepts mit Implementierung der „First-Responder-Defibrillation“ ist erfolgreich umgesetzt worden.
Insbesondere Patienten mit beobachtetem Herz-/ Kreislaufstillstand durch Kammerflimmern oder pulslose Ventrikuläre Tachykardien profitieren von diesem System des kurzfristig verfügbaren AED. Die AEDs werden zuverlässig und sicher eingesetzt, wodurch die Akzeptanz des Systems ist bei den geschulten Personen im Umfeld der installiertenAED hoch ist.
Durch die Einführung eines Notfallsystems erhöht sich die Sensibilität in der Bevölkerung.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird das Konzept im Bochumer Rettungsdienst fortgeführt und weiterentwickelt.
Die Erarbeitung von allgemeingültigen Richtlinien zum präklinischen Notfallmanagement und die wissenschaftliche Erfassung sind anzustreben.
Unsere nächste Veranstaltung
186. Tagung der RWGIM
25.–26. November 2011
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185. Tagung der RWGIM
29.–30. Oktober 2010
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